Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen

Klimawandel und Gesundheit

• Klima • Mensch • Gesundheit

Ein besonders brisantes Thema ist die Ausbreitung von Krankheiten, die bislang auf bestimmte Regionen beschränkt waren.

  • Zecken und FSME: Durch mildere Winter breiten sich Zecken weiter nach Norden und in höhere Lagen aus. Damit steigt auch das Risiko für Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
  • Mücken und Tropenkrankheiten: Die Asiatische Tigermücke ist mittlerweile auch in Süddeutschland heimisch. Sie kann Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen. Malaria-Ausbrüche in Südeuropa sind keine ferne Zukunft mehr, sondern Realität.
  • Nagetiere: Überschwemmungen und Veränderungen der Lebensräume führen dazu, dass Nagetiere häufiger in menschliche Siedlungen vordringen, mit ihnen Krankheiten wie das Hantavirus.

Beispiel: Ein Arzt in Italien diagnostizierte 2020 den ersten lokalen Dengue-Fall bei einem Patienten, der nie außerhalb Europas war. Ein Weckruf für das gesamte Gesundheitssystem.

Wir nehmen den Klimawandel oft über Katastrophenmeldungen wahr: Waldbrände in Kalifornien, Überschwemmungen in Asien, Dürren in Afrika. Doch eine der subtilsten, zugleich gefährlichsten Folgen betrifft das, was täglich auf unseren Tellern landet und in unseren Gläsern steht: unsere Ernährung und unser Wasser.

Gesunde Nahrung und sauberes Wasser sind Grundrechte. Doch der Klimawandel stellt diese elementaren Säulen unserer Existenz zunehmend infrage.

Luftverschmutzung ist kein neues Phänomen. Schon im 19. Jahrhundert ächzten Industriestädte unter Smog. Doch der Klimawandel verstärkt und verändert die Situation.

  • Feinstaub (PM2,5 und PM10): Winzige Partikel aus Verkehr, Industrie und Verbrennung, die tief in die Lunge eindringen und sogar ins Blut übergehen können.
  • Stickoxide (NOx): Entstehen vor allem durch Verkehr und Landwirtschaft; sie reizen Atemwege und verschlechtern die Luftqualität in Städten.
  • Ozon (O3): Ein „Sommerschadstoff“, der durch Sonneneinstrahlung, Stickoxide und steigende Temperaturen entsteht und häufiger auftritt.

Während klassische Luftverschmutzung früher vor allem ein Industrieproblem war, sind ihre Auswirkungen heute durch die Kombination mit Hitze, Dürre und Waldbränden noch gravierender.

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, denken viele zuerst an physische Schäden: brennende Wälder, überflutete Städte, Dürre und Hunger. Doch was oft übersehen wird: Der Klimawandel verändert auch unsere mentale Landschaft. Er erzeugt Ängste, Unsicherheiten, Schuldgefühle, aber auch Hoffnung, Resilienz und neue Formen von Gemeinschaft.

Das Buch „Leben und Gesundheit im Klimawandel“ widmet diesem Thema ein eigenes Kapitel und beleuchtet die psychologische Seite der Klimakrise. Es zeigt: Klimawandel ist nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Herausforderung.

Ohne die Arbeit der Wissenschaft wäre der Klimawandel bis heute ein Nebel aus Vermutungen. Forscherinnen und Forscher sind die stillen Helden im Hintergrund:

  • Dr. James Hansen, ehemaliger NASA-Klimaforscher, warnte schon 1988 vor den Gefahren steigender CO2-Werte. Damals wurde er belächelt, heute gilt er als einer der Vordenker.
  • Der Weltklimarat (IPCC), ein Zusammenschluss von Tausenden Wissenschaftlern. Liefert regelmäßig Berichte, die als Grundlage internationaler Politik dienen.
  • In Deutschland leisten Persönlichkeiten wie Prof. Hans Joachim Schellnhuber (PIK Potsdam) unermüdlich Aufklärungsarbeit.

Sie alle tragen dazu bei, dass Fakten im Lärm politischer Debatten nicht untergehen.

Die Ozonschicht hat sich dank internationaler Abkommen (Montreal-Protokoll) zwar stabilisiert, doch der Klimawandel führt indirekt dazu, dass wir längeren und intensiveren Sonnenstrahlen ausgesetzt sind.

  • Hautkrebs: Die Inzidenz von Hautkrebs steigt seit Jahren, auch weil sich Menschen stärker im Freien aufhalten und der UV-Index steigt.
  • Hitzeschäden der Haut: Verbrennungen und Hitzeschäden treten nicht nur beim Sonnenbaden, sondern auch bei Outdoor-Arbeit häufiger auf.
  • Hitzetote: In den letzten Jahren gab es in Europa Zehntausende hitzebedingte Todesfälle. Im Jahr 2022 wurden in Europa über 60.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, davon mehr als 8.000 in Deutschland. Auch im Jahr 2023 war die Hitze mit über 47.000 Todesfällen in Europa eine tödliche Belastung.

Das Wetter ist für uns oft ein Smalltalk-Thema, „Heute wieder heiß“, „Ganz schön windig“, „Es regnet schon seit Tagen“. Doch im Zeitalter des Klimawandels ist Wetter längst mehr als ein unverbindlicher Gesprächsstoff. Es wird zum Gesundheits- und Lebensrisiko. Extreme Wetterereignisse nehmen nicht nur an Häufigkeit zu, sondern auch an Intensität.

Das Buch „Leben und Gesundheit im Klimawandel“ zeigt eindrucksvoll, wie Temperaturanstiege und veränderte Wetterbedingungen unseren Alltag, unsere Sicherheit und unsere Lebensräume prägen.

Nicht nur Mikroben, auch Pflanzenarten verändern ihr Verbreitungsgebiet. Viele von ihnen gelten als invasiv, weil sie heimische Arten verdrängen oder direkte gesundheitliche Probleme verursachen.

  • Ambrosia artemisiifolia (Beifuß-Ambrosie): Diese aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze breitet sich durch wärmere Sommer in Europa massiv aus. Ihre Pollen sind hochallergen. Millionen Menschen leiden unter Heuschnupfen und Asthma.
  • Japanischer Staudenknöterich: Er zerstört heimische Vegetation und macht Böden instabil.
  • Riesen-Bärenklau: Sein Pflanzensaft verursacht schwere Hautverbrennungen bei Sonneneinstrahlung.

Ein Allergologe aus Wien sagte: „Noch vor 30 Jahren hatten wir im Sommer eine Pollensaison von sechs Wochen. Heute dauert sie über drei Monate, auch wegen invasiver Pflanzen.“

Wenn es um den Klimawandel geht, sprechen wir oft von globalen Durchschnittswerten: +1,5 Grad Erwärmung, 450 ppm CO2 in der Atmosphäre, 3,2 Millimeter Meeresspiegelanstieg pro Jahr. Doch diese Zahlen verschleiern eine entscheidende Wahrheit: Die Auswirkungen des Klimawandels treffen Menschen höchst ungleich.

Während einige Regionen bereits heute ums Überleben kämpfen, können andere sich (noch) vergleichsweise gut schützen. Während die Hauptverursacher des Klimawandels überwiegend im globalen Norden sitzen, tragen die Menschen im globalen Süden die größten Schäden. Genau hier setzt das Prinzip der Klimagerechtigkeit an: die Forderung, Verantwortung, Lasten und Chancen fair zu verteilen. Klimamigration bringt soziale und umfangreiche gesundheitliche Risiken mit sich. Auch sind kriegerische Auseinandersetzungen möglich.

  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany.
  • Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
  • Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)
  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Gesellschaft für bedrohte Völker (gfbv)
  • Helmholtz Munich/Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH).
  • Klima-Allianz Deutschland
  • KLUG – die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit
  • Landeshauptstadt Dresden
  • Naturschutzbund Deutschland e. V.
  • Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) e. V.
  • Robert Koch-Institut (RKI)
  • Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
  • Save the Children Deutschland e. V.
  • Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
  • Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH WZB

Leben und Gesundheit im Klimawandel

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