Buch zum Klimawandel – Leben und Gesundheit

Gesund bleiben im Klimawandel

Klimawandel – Dein Körper, Deine Gesundheit

Um die vielen Facetten von Klimawandel und Gesundheit zu verstehen, braucht es zunächst eine solide Grundlage. Denn viele Menschen verbinden Klimawandel noch immer nur mit „es wird wärmer“. Doch die Realität ist komplexer.

Die Erde ist von einer dünnen Atmosphäre umgeben, die wie eine schützende Decke wirkt. Ohne sie wäre unser Planet ein eisiger Ort, an dem Leben kaum möglich wäre. Dieser natürliche Treibhauseffekt sorgt dafür, dass ein Teil der Sonnenwärme in der Atmosphäre gehalten wird, eine Art Wärmestau, der das Leben erst ermöglicht.

Problematisch wird es, wenn durch menschliche Aktivitäten, vor allem durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sind dabei die Hauptakteure. Sie lassen Sonnenstrahlen hinein, verhindern aber zunehmend, dass die Wärme wieder in den Weltraum entweicht. Die Folge, ein immer stärker werdender Wärmestau, mit gravierenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Landwirtschaft ist ein hochsensibles System, das direkt von Wetter und Klima abhängt. Schon kleine Veränderungen in Temperatur oder Niederschlag können über Wohlstand oder Hunger entscheiden.

  • Dürren: In vielen Regionen Südeuropas, Afrikas und Asiens führen langanhaltende Trockenperioden zu massiven Ernteausfällen.
  • Überschwemmungen: Wo es nicht zu trocken ist, wird es zu nass. Reisfelder in Bangladesch stehen oft unter Wasser, sodass die Saat verfault.
  • Schädlinge und Krankheiten: Durch mildere Winter überleben Schädlinge, die früher erfrieren würden. Auch Pilzkrankheiten verbreiten sich schneller.

Wir können Wochen ohne Nahrung überleben, Tage ohne Wasser aber keine fünf Minuten ohne Luft. Jeder Atemzug verbindet uns unmittelbar mit unserer Umwelt. Die Qualität dieser Luft entscheidet darüber, ob wir gesund bleiben oder krank werden.

Das Buch „Leben und Gesundheit im Klimawandel“ legt den Finger genau auf diese unsichtbare Wunde: Der Klimawandel verschlechtert unsere Luftqualität und das in einem Ausmaß, das wir lange unterschätzt haben.

Immer mehr Menschen, besonders junge, leiden an „Eco-Anxiety“, einer Klimaangst, die durch ständige Berichte über Katastrophen, Hitzerekorde und Kipppunkte entsteht.

  • Symptome: Schlafstörungen, Zukunftsangst, Ohnmachtsgefühle, depressive Verstimmungen.
  • Verbreitung: Eine Studie in 10 Ländern mit 10.000 Jugendlichen ergab: Über 60 % fühlen sich sehr oder extrem besorgt über den Klimawandel.
  • Ursache: Der ständige Strom negativer Nachrichten in Medien und sozialen Netzwerken, gekoppelt mit dem Gefühl, zu wenig bewirken zu können.

Bsp. Eine Studentin aus Berlin erzählt, dass sie nachts wachliegt und darüber nachdenkt, ob sie überhaupt noch Kinder bekommen sollte, aus Angst vor einer zerstörten Zukunft.

Klimahelden sind Menschen und Bewegungen, die Hoffnung schenken. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Wissenschaft, Politik, Kunst, Aktivismus, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft. Gemeinsam ist ihnen: Sie handeln nicht aus kurzfristigem Eigennutz, sondern im Bewusstsein, dass es um die Zukunft aller geht.

Hitzewellen sind die sichtbarste und unmittelbarste Folge des Klimawandels. In Europa starben allein im Sommer 2003 mehr als 70.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze, viele von ihnen ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

  • Physiologische Belastung: Hohe Temperaturen bringen den Kreislauf an seine Grenzen. Der Körper versucht, sich durch Schwitzen zu kühlen, verliert dabei aber große Mengen Flüssigkeit und Mineralstoffe. Das Herz pumpt schneller, der Blutdruck steigt oder fällt unkontrolliert.
  • Risikogruppen: Besonders gefährdet sind Seniorinnen und Senioren, Kleinkinder, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten, Bauarbeiter, Landwirte und Lieferdienste.
  • Langfristige Folgen: Hitzetage wirken sich kumulativ aus. Schon wenige aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen über 30°C können das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle drastisch erhöhen.

Diese Schicksale machen selten Schlagzeilen.

Zunächst gilt es zu unterscheiden:

  • Wetter beschreibt die kurzfristigen Zustände – Regen, Sonne, Wind, Temperatur.
  • Klima ist der langfristige Durchschnitt über Jahrzehnte.

Wenn wir also sagen „Der Sommer war extrem heiß“, dann meinen wir das Wetter. Wenn wir feststellen, dass die letzten zehn Sommer alle heißer als zuvor waren, dann sprechen wir vom Klima.

Der Klimawandel verändert nicht das einzelne Wetterereignis, sondern die Wahrscheinlichkeit, mit der extreme Wetterlagen auftreten. Ein einzelner Sturm ist nicht „der Klimawandel“. Aber die Zunahme starker Stürme ist sehr wohl ein Zeichen dafür.

Krankheiten sind nicht statisch, sie wandern. Temperatur, Feuchtigkeit und Niederschlagsmuster bestimmen, wo Krankheitserreger und ihre Überträger überleben können.

  • Höhere Temperaturen: Viele Krankheitserreger breiten sich schneller aus, wenn es wärmer wird.
  • Veränderte Regenzeiten: Stagnierendes Wasser bietet Brutstätten für Mücken und andere Vektoren.
  • Schwächere Immunsysteme: Hitze, Unterernährung und Luftverschmutzung machen Menschen anfälliger für Infektionen.

Damit wird klar: Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, er ist auch ein medizinisches Risiko ersten Ranges.

Klimagerechtigkeit geht weit über Umweltfragen hinaus. Es ist ein moralisches, politisches und soziales Konzept.

  • Definition: Klimagerechtigkeit bedeutet, dass diejenigen, die am meisten zur Erderwärmung beigetragen haben, auch am meisten Verantwortung für die Lösung tragen und dass besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen geschützt und unterstützt werden.

„Klimagerechtigkeit ist der Versuch, das Ungleichgewicht zwischen Verursachern und Betroffenen auszugleichen.“

Das Buch ist reich an Zitaten bekannter Persönlichkeiten, die zeigen, dass Klimaschutz auch eine moralische und philosophische Dimension hat. Einige Beispiele:

  • Ich sage Ihnen, dass wir unsere Kinder in einen globalen Schulbus hineinschieben, der mit 98% Wahrscheinlichkeit tödlich verunglückt. (Sagte 2019 Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)).
  • Judith Beadle: “Wenige Superreiche befeuern die Katastrophe mit ihren Luxusemissionen und die Regierung sieht einfach zu, während die Welt um uns herum in Flammen aufgeht. Ich will nicht mit ansehen müssen, wie meine Töchter in eine Welt hineinwachsen, in der um Nahrung und Wasser gekämpft wird, nur weil einige wenige darauf bestehen, ihre Luxusexzesse auszuleben. Herr Scholz, schützen Sie die nachfolgenden Generationen und lassen Sie das nicht zu!”

Leben und Gesundheit im Klimawandel

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